Auslandsjahr Bath 2006/07

Dienstag, Januar 30, 2007

Operation Format C:\

Wie es halt nach Klausurphasen üblich ist, muss nach der letzten Klausur das Gedächnis gelöscht werden, um Kapazitäten für neues Wissen zu schaffen. Da ich am Freitag Abend meine letzte Klausur hatte (Introduction to Intelligent System Engineering 4:30pm) konnte ich sofort nach der Klausur mit der Reinigung beginnen. Um ein gutes Fundament für diese essentielle Aufgabe zu haben, gab es erstmal italienische Lasagne die uns von Nadia bereitgestellt wurde, der wir noch morgens beim Umzug in ein anderes Zimmer geholfen hatten.
Wir wurden immer mehr Leute und als die Kapazitätsgrenze unsere Küche erreicht war, mussten wir ins Revolution wechseln, wo so ziemliche jeder Erasmus Student war. Im Moles war dann glaub ich Endstation... Alles in allem ein ziemlich cooler Abend (vielleicht war ich aber auch soooo betrunken das ich schon um 9 im Bett lag und mir das alles nur eingebildet habe :D).
Es sind schon ziemlich viele neue Studenten angekommen, unter anderem extrem viele Amerikaner. Bis gestern hatten Christoph und ich jedoch noch keinen neuen Flatmate. Wir hatten schon im Accomodation Office die blonde Schwedin mit großen Augen geordert, die die ganze Zeit nur nackt rumläuft und kochen kann. Es stellt sich aber raus, dass die Schwedin britisch ist und ein Mann. Und sie heißt Markus. Vielleicht werde ich mich jetzt endlich mal an den britischen Akzent gewöhnen, wenn ich mich genug mit Markus unterhalte, denn er kommt aus Manchester und es ist teilweise schon recht kompliziert da mitzukommen.

Die Vorlesungen haben gestern auch schon wieder angefangen, was für mich eher ungewohnt bin, da irgendwie der Urlaub fehlt. Mein Stundenplan ist jedoch recht entspannt. Das ist auch der Grund warum ich nach einem research assistant job (HiWi) suche. Habe mal meinen Professor in DIP angesprochen, und da er wohl sehr beindruckt von meiner Foetus Coursework war wollte er mich auf jeden Fall einstellen. Leider sind keine Gelder da um einen gutaussehenden, intelligenten und vor allem bescheidenen Deutschen zu beschäftigen. Jetzt versucht er mich in einem Spin-Off Unternehmen in der Stadt zu beschäftigen. Bin gespannt was das gibt.

Sonntag, Januar 21, 2007

Come on Bath!!!

Die erste Woche der Exam Period ist überstanden. Kommt nur noch das Abschluss-Crescendo mit drei Klausuren in Folge von Mittwoch bis Freitag. Danach ist jedoch ein gänzliches Formatieren des Speichers im Kopf angesagt... ich freu mich schon riesig.

Samstag waren wir auf dem Recreation Ground und haben zugekuckt wie Bath mit einem französischen Kleinstadt-Verein die 100 Yards geputzt hat. Bath Rugby besiegte Montpellier mit überragenden 42-17. Das heißt 6 Trys für Bath und alle converted. Rugby ist noch ein echter Männersport, und die Spieler sind einfach nur unglaubliche Tiere und nicht so verweichlichte Pussies wie die ganzen Fussballer. Auch wenn nach einem Tackle 10 150kg Typen auf einem draufliegen wird danach aufgestanden und ohne zu weinen weitergespielt. Amerikanische Meinungen zu Rugby sind eher in der Richtung: "Joa ist halt das gleiche wie American Football nur für absolut kranke Psychos". Da Helme im Königreichen anscheinend auch noch nicht erfunden wurden, fließt das Blut auch schon mal in Strömen.




Das Englische National Rugby Team hat sich für die 2007 RBS Six Nations campaign das Universitätsgelände als Trainingsort ausgesucht. Das heißt demnächst werden nochmehr 2 Meter Typen im Fitness-Bereich trainieren und mich jämmerlich aussehen lassen. Eventuell ist es dann auch an der Zeit nicht mehr mit dem "Athletes row others just play games" Slogan Shirt tranieren zu gehen um Schläge zu vermeiden.

Ansonsten gibt es nur noch ein Sturm Opfer zu melden: Das Dach des ET Departments ist beim Sturm leider kaputtgegangen. Ich befand mich zur Zeit im Nachbarraum der Mech Engs und hab brav Klausur geschrieben.

Montag, Januar 15, 2007

Über Klausuren, fertige Leute und Easyjet

Dann wäre ich auch mal wieder auf der Insel und habe gerade auch meine erste Klausur geschrieben. Digital Communications eine fesselnde Vorlesung gespickt mit den feinsten Informationen über Viterbi Decoding, Quadrature Amplitude Modulation, Spread Spectrum Systems und noch viele, viele totspannende Themen mehr :-/
Das Klausuren Schreibsystem ist ja schon auf Grund der extremen zeitlichen Nähe der einzelnen Exams verschieden von Aachen. Aber was man alles erledigen muss bevor man dann mal anfangen kann zu schreiben, ist unglaublich. In Aachen sucht man nur seinen Platz legt Ausweis und so raus, und kann quasi anfangen. Hier muss man jedoch erstmal seinen Attendance Bogen ausfüllen, falzen und die untere Hälfte auf die Ecke seines Tisches legen, damit der Aufsichts-Typ sie einsammeln kann. Dann muss man die Informationen des Attendance Bogens auf den aktuellen Klausurbogen übertragen, die Seriennummer des Universitätstaschenrechners in ein Kästchen schreiben, seinen Namen und Unterschrift vertikal auf die Seite schreiben, einen Schutzfilm entfernen und die Hälften zusammenkleben. Bis man das alles erledigt hat ist schon die Hälfte der Zeit vergangen.
Ist außerdem ziemlich scheisse, dass man nicht seinen eigenen Taschenrechner benutzen darf. Woher soll ich denn wissen wie man auf einem Gerät der Firma, die besser bei Rasierapperaten hätte bleiben sollen, den Logarithmus Dualis ausrechnet.
Mir ist aber aufgefallen, dass man trotz der ganzen Ausfüll und Falz und Klebe Geschichte nie auf seine Personalität getestet wird. Man brauch nur seine Examination Nummer und kann quasi jede beliebige Person zum schreiben schicken. Daher möchte ich auch hiermit die Gründung meiner Ich-AG bekannt geben. Falls jemand eine Klausur im ET Bereich in Bath schreiben muss, garantiere ich für 500 Pfund mehr als 80% der Punkte. Mein Dienste lassen sich über 0190 EXAMFRAUD diskret und effizient bestellen.

Meine Anreise ins Königreich war mehr als bescheiden. Easyjet sagte mir Freitags bescheid, dass mein Flug wohlmöglich ausfallen wird, da in Bristol der Runway beschädigt ist. Im Enddefekt fand er aber doch statt, nur dass ich in Amsterdam 6 Stunden auf den Flieger warten durften. Mit einem Endschädigungsvoucher spendierte Easyjet mir jedoch ein Heineken und nen Topquality Flughafen Kaffee.
Sonst ist hier alles beim Alten, in unserer Wohnung ist es ruhig, Brian ist wieder in den Staaten. Aber auch so geht hier nix, da halt Unit Assement Period ist. Im Wohnheim ist jeglicher Lärm außerhalb des eigenen Raums verboten, was aber keinen davon abhält irgendwelche Top Secret Küchenparties zu veranstalten.
In der Stadt werden die Studenten, die sich nun an ihren Schreibtischen befinden, durch total fertige Leute ersetzt. Habe heut ne zugekokste Perle gesehen, die versucht hat ihrem Pitbull das Apportieren eines Ziegelsteins beizubringen und zwei Typen die im McDonalds Bizeps Curls mit der Inneneinrichtung probierten.
Ich werde Donnerstag meine zweite Klausur schreiben und kann hoffentlich nächste Woche den Ablauf für den ganzen Käse vor der Klausur blind ausführen.