Auslandsjahr Bath 2006/07

Dienstag, Juni 26, 2007

Wieder zu Hause, Erasmus zu Ende

Ja, hatte dann doch keine Zeit/Lust mehr in den letzten Wochen meines Aufenthaltes etwas zu schreiben. Mittlerweile bin ich wieder in Deutschland und die Dinge haben sich schon langsam wieder zum Alltag normalisiert. Seit meinem letzten Post im Mai, der mitten in der Prüfungsperiode lag habe ich zusammengefasst noch die folgenden Sachen erlebt:
- Meine Prüfungen geschrieben
- Jede Menge Happy Hour Partys nach den Prüfungen
- noch mehr Prüfungsendepartys
- Dominik und Benni waren zu besuch
- Urlaub in Schottland
- Prüfungen für das Cambridge Certificate of Proficiency geschrieben
- Soooo vielen Leuten auf wiedersehen gesagt
- Die meisten Leute beim Ausziehen aus Pulteney Court beobachtet
- Meine Eltern für zwei Tage in Bath bespaßt
- Models in Unterwäsche im A&F London beobachtet

Die Prüfungsperiode verlief noch ziemlich eintönig bis zum 24.05, an dem ich meine Accounting Klausur schreiben durfte. Wir haben uns in den Pausen immer in einem der Cafes auf dem Campus getroffen und es war im Endeffekt eine der besten Prüfungsperioden die ich je hatte. Irgendwie vermisse ich schon die Bibiliothek und alle Leute die mit einem litten. Nach meiner letzten Klausur am Donnerstag war natürlich erstmal Party für ein paar Tage angesagt. Zum Glück gab es die Happy Hour und andere End-of-Term Veranstaltungen die mit Billig-Bier und guter Laune warben.
Die Woche drauf, war die letzte Woche der dreiwöchigen Prüfungsperiode und alle Studenten waren fertig. Zu dem Zeitpunkt kamen dann auch Dominik und Benni aus London zu Besuch mit denen wir (und ich glaub mit allen Pharmacy-Mädels) aus Bath nach Bristol in den Oceana Nightclub fuhren. Der Laden war supervoll und wir hinterher auch. Zum Glück gab es kein Surfboard...
Dann war es auch schon Freitag, und die ersten seriösen Verabschiedungspartys fanden statt. Ungünstig für uns, da wir Samstag unseren Flug nach Edinburgh gebucht hatten und mit Kater reisen ist nicht erfahrungsgemäß nicht unbedingt empfehlenswert.
Stefan, Chelsea und ich kamen jedoch nur etwas müde (ich jedenfalls) in Schottland an, und machten uns nach der Shuttlebusfahrt in die Stadt auf die Suche nach unserem Hostel. Das Hostel war schwer zu finden, wir durften aber umsonst dort schlafen. Wer wissen will warum, soll mich direkt fragen, da wir dem Eigentümer versprochen haben Stillschweigen zu bewahren :-/.
Edinburgh ist an sich ne coole Stadt. Die Burg steht mitten in der Stadt auf einer Klippe und die 400 Jahre alte Royal Mile führt runter zum "Arthurs Seat" einer zweiten sehr hohen Klippe auf der anderen Seite der Stadt. Wir kuckten uns alles (alles!) an, und machten sogar eine der nächtlichen Ghost-Touren mit, welche ziemlich langweilig und einschläfernd war. Während unseres Aufenthaltes verliebte ich mich direkt in das wohlmöglich schottische, nicht-alkoholische Nationalgetränk Irn-Bru. Loaded with Sugar and Caffeine, wie es angepriesen wird soll es das beste Anti-Kater Getränk sein, wo gibt. Es ist so acidic (?), dass man Münzen mit ihm säubern kann.
Einen weiteren Reisebericht werde ich die Tage mal zusammen schreiben, eventuell den von Irland auch mal fertig machen, und hier veröffentlichen. Über Newcastle und York werde ich vielleicht auch nochmal berichten. (Im Notfall werde ich einfach einen Link zu Chelseas Blog setzten, die, wenn sie nicht schlief, alles in ihrem Handbüchlein mitschrieb.) Es wird auf jeden Fall spannend: haarige Männer in Röcken, ich auf dem höchsten Berg Englands, unsere Nessie-Fang Expedition und kühne Aufopferung beim Verzehr des schottischen Nationalgerichtes "Haggis".

Als wir aus Schottland wiederkamen, waren schon viele der Erasmus Studenten für immer in der Heimat. Die, die noch da waren lernten eifrig für das Cambridge Exam. Diese Prüfung war auf zwei Tage aufgeteilt. Kommenden Sonntag war Sprechen und Listening angesetzt, den Donnerstag drauf Schreiben, Lesen, Grammatik. Alles in allem eine ziemlich Nervenaufreibende Veranstaltung. Ich war außerdem nicht der einzige der seine Englisch-Redekünste vor dem Speaking-Exam mit einem Pint in der Parade Bar dopen wollte. Wir taten es dann doch nicht, weil uns unsere Fahne eventuell verraten hätte.
Nach kleinen Vorbereitungen unter dem Rest der Woche (wir kamen erst Donnerstag Abend aus Glasgow wieder) verlief der Sonntag jedoch ganz gut. Mein Redethema war "The importance of childhood influences". Selten so einen Schwachsin gelabert. Nach den Prüfunden hatten wir ein paar Bierchen auf dem Campus und gingen danach zu einem der besten BBQs mit anderen Erasmus Studenten in der Nachbarschaft.
Über die nächste Woche wurde die Anzahl der Studenten in Bath immer kleiner und es gab immer mehr Verabschiedungen. Man lud sich gegenseitig in seine Heimatländer ein und hoffte auf ein allgemeines Wiedersehen.
Donnerstag war dann der zweite Teil des Cambridge Exams, welcher sich mit 6 Studen zuzüglich Pausen über den ganzen Tag erstreckte. Am Samstag verließ dann der Rest Pulteney Court und ich befand mich alleine in unserer Wohnung "Flat 2", und mit Karol, Nils, Alessia und Jonathan als der harte Kern in Pulteney. Meine Eltern kamen jedoch am Nachmittag in Bath an, und es hieß auch für mich alles zusammen packen und von dem Ort in dem ich für mehr als 10 Monate lebte, Abschied zu nehmen.

Erasmus war defintiv die beste Erfahrung, die ich bisher machen durfte, und ich hatte die beste Zeit meines Lebens mit den Leuten, der Uni und der Stadt.