The Luck of the Irish Part 3
Habe mal etwas Zeit gefunden um diese Irland Reihe hoffentlich hiermit zu beenden. Wo war ich denn letzte mal stehen geblieben? Sagen wir mal einfach Samstag Abend.
Nach der Guinness Brauerei gingen wir noch Irische Spezialitäten essen. Ich glaub ich hatte Schafsmagen oder so was. War auf jeden Fall ziemlich viel und verhältnismäßig günstig.
Danach trafen wir JP, der uns erklärte dass er seinen Ausweis verloren hatte, und nun nicht wüsste wie er wieder nach Bath kommen sollte. Hatte aber auch schon bei der Singapurischen Botschaft in London Bescheid gesagt. Im Nachhinein stellte sich heraus, dass er bis Dienstag Morgen warten musste, bis er ein Formular
bekam dass ihn zur Einreise ins Königreich ermächtigte.
Der Sonntag begann wie gewohnt mit einem unglaublich schlechten Frühstück, einer Dusche aus der so gut wie kein Wasser raus kam und mit einem fiesen Guinness Nachgeschmack im Mund.
Unser Plan für den Sonntag war es, so schnell wie möglich nach Belfast zu kommen, um noch bei Tageslicht möglichst viele Aufstände zu sehen. Unser Bus ging um 12 Uhr, und es dauerte ca. 2 Stunden bis wir wieder im
Vereinigten Königreich waren. Also wieder das blöde Geld mit den viel zu dicken Münzen rauskramen.
Belfast machte als erstes einen ziemlichen Ghetto-Eindruck. Allgemein eher unschönes Stadtbild mit vielen Baustellen und dreckigen Fassaden. Bryan machte wohl möglich das Richtige und verließ uns drei Deutsche, um zu einem Freund in der Nähe von Belfast zu fahren (hatte es aber schon vorher geplant).
Vor der Cityhall war ein Weihnachtsmarkt mit einem deutschen Bierzelt, deutschen Bratwürsten und deutschen Glühwein. Zwischendurch hatte sich mal der ein oder andere Asiate oder Inder dazwischen geschlichen, die das Konzept von Weihnachtsmarkt nicht so richtig verstanden hatten. Im Großen und Ganzen hätte man die Veranstaltung auch als internationales Essensfest verkaufen können.
Unser erster großer gute Laune Dämpfer kam, als wir im Hostel eincheckten und unser Zimmer besichtigten wollten. Da es keine 3er Zimmer gab, mussten wir ein 4er Zimmer buchen in dem schon ein Überraschungsgast auf uns wartete. Im rechten unteren Bett lag schon (es war 4 Uhr Nachmittags) ein Mann den man nicht in einem Youth Hostel erwarten würde. Schätzen wir ihn mal zu seinen Gunsten auf 70. Ihn kümmerte es auch nicht weiter, als wir unsere Sachen einräumten und die Betten bezogen. Wohlmöglich lag es daran, dass er sein Hörgerät auf die Fensterbank gelegt hatte. Das schlimmste an dieser Situation war jedoch, dass wir so in unserem Zimmer nix trinken konnten.
Also gingen wir in die Stadt um einfach mal zu kucken was die Nord-Iren so treiben. Die traurige Antwort ist: NIX. Belfast ist eine absolut tote Stadt. Man sah nie mehr als 5 Leute gleichzeitig auf der Straße (wir waren schon zu dritt, wohlgemerkt) viele Pubs waren geschlossen und unsere gute Laune befand sich weiterhin auf rapider Talfahrt. Es fehlte tatsächlich nur noch der Strohballen, der einmal von rechts nach links über die Straße weht.
Nachdem wir etwas Zeit in einem geöffneten Pub totgeschlagen hatten, war es immer noch erst vor 10. Aufs Zimmer gehen konnten wir auch nicht, da dort der Opi seine 20 Stunden Schlaf benötigte.
Den einzigen Ausweg sahen wir darin, uns den neuen James Bond im Kino anzukucken. Der Film ist zwar gut, die Gesamt-Situation war dann aber schon ziemlich erbärmlich.
Im Hostel schafften wir es noch trotz relativer Nüchternheit uns im Treppenhaus einzuschließen, da unsere Karten nicht mehr funktionierten. Nur durch einen glücklichen Zufall konnten wir uns retten.
Montag Morgen wurden wir durch unseren Rentner um 6 geweckt. Ein schlechtes Frühstück war nicht im Preis enthalten, und so bezahlten wir 3 Pfund für wenig Cornflakes, Toast und Kaffee.
Im Laufe des Vormittags nahmen wir an wir Touristen Tour durch die gefährlichen Vororte von Belfast teil. Schusswundenbehandlung war im Preis inbegriffen. Zum Glück wurden wir weder von Katholiken noch Protestanten attackiert und die maskierten IRA Leute haben wir auch nicht gesehen. Was man jedoch sehen konnte war eine teilweise 7 Meter hohe Mauer mit Stacheldraht oben drauf, die mitten durch die Vorgärten verlief. Diese so genannte Peacewall sollte die Katholiken von den Protestanten trennen, um Ausschreitungen zu
verhindern.
Neben den Konflikten ist Belfast aber auch noch als Bauort der Titanic berühmt. Die Betonrampen, mit denen das Schiff ins Wasser gelassen wurde sind immer noch sichtbar, aber unspektakulär.
Nach unserer Führung machten wir uns zu Fuß zu den Klippen auf, was sich als ziemlicher Aufwand herausstellte. An den Grenzen unserer körperlichen Leistungsfähigkeit erreichten wir jedoch die Spitze und konnten
Belfast von oben betrachten. Der Rückweg stellte sich als weit schwieriger heraus, da jemand die geniale Idee hatte einen Shortcut zu gehen, bei dem sich Martin mindestens 2 Mal komplett langmachte und den irischen Schlamm probierte.
Wir hatten mit unsere Belfast Situation aber teilweise sogar Glück im Unglück. Der Montag war zufällig der Geburtstag des vor einem Jahr verstorbenen Iren George Best. George Best ist der ehemalige Manchester Spieler von dem das berühmte Zitat
stammt: "Die Hälfte meines Geldes ist für Alkohol, Frauen und Autos draufgegangen. Den Rest hab ich einfach verprasst." Oder auch: "Wenn ich häßlich wäre, wäre ich heute berühmter als Pele". Jedefalls hatte sich die Irische Ulster Bank überlegt eine limitierte Auflage einer 5 Pfund Note an diesesm Tag rauszugeben. Wir stellten uns in eine der ziemlich langen Schlagen, die an jeder Filliale zu sehen waren und ergatterten einige dieser begehrten Sammlerobjekte.
Diese 5 Pfund Scheine ließen sich in den folgenden Tagen gewinnbringend bei Ebay veräußern.
Zurück nach Bristol ging es von Belfast Airport, zu dem man erst ne Stunde mit dem Bus rausfahren muss. Der Flug war diesmal mit Easyjet und nicht mit Ryanair. Ich mag Easyjet sowieso lieber, da die Flugzeuge und die Webseite nicht so ganz unseriös wie beim Konkurrenten aussehen. Aber das nur am Rande. Ich war so ca gegen 11 wieder in Poulteney Court und kann als Fazit von Irland nur sagen: Dublin auf jeden Fall empfehlenswert, Belfast muss nich unbedingt sein, und wenn dann nicht auf einem Sonntag Abend. Wenn man schon in den Norden von Irland will sollte man sich vielleicht besser den Giants Causeway ankucken. Das ist der Strand der nur aus sechseckigen Steinen besteht.
Danach trafen wir JP, der uns erklärte dass er seinen Ausweis verloren hatte, und nun nicht wüsste wie er wieder nach Bath kommen sollte. Hatte aber auch schon bei der Singapurischen Botschaft in London Bescheid gesagt. Im Nachhinein stellte sich heraus, dass er bis Dienstag Morgen warten musste, bis er ein Formular
Der Sonntag begann wie gewohnt mit einem unglaublich schlechten Frühstück, einer Dusche aus der so gut wie kein Wasser raus kam und mit einem fiesen Guinness Nachgeschmack im Mund.
Unser Plan für den Sonntag war es, so schnell wie möglich nach Belfast zu kommen, um noch bei Tageslicht möglichst viele Aufstände zu sehen. Unser Bus ging um 12 Uhr, und es dauerte ca. 2 Stunden bis wir wieder im
Belfast machte als erstes einen ziemlichen Ghetto-Eindruck. Allgemein eher unschönes Stadtbild mit vielen Baustellen und dreckigen Fassaden. Bryan machte wohl möglich das Richtige und verließ uns drei Deutsche, um zu einem Freund in der Nähe von Belfast zu fahren (hatte es aber schon vorher geplant).
Vor der Cityhall war ein Weihnachtsmarkt mit einem deutschen Bierzelt, deutschen Bratwürsten und deutschen Glühwein. Zwischendurch hatte sich mal der ein oder andere Asiate oder Inder dazwischen geschlichen, die das Konzept von Weihnachtsmarkt nicht so richtig verstanden hatten. Im Großen und Ganzen hätte man die Veranstaltung auch als internationales Essensfest verkaufen können.
Unser erster großer gute Laune Dämpfer kam, als wir im Hostel eincheckten und unser Zimmer besichtigten wollten. Da es keine 3er Zimmer gab, mussten wir ein 4er Zimmer buchen in dem schon ein Überraschungsgast auf uns wartete. Im rechten unteren Bett lag schon (es war 4 Uhr Nachmittags) ein Mann den man nicht in einem Youth Hostel erwarten würde. Schätzen wir ihn mal zu seinen Gunsten auf 70. Ihn kümmerte es auch nicht weiter, als wir unsere Sachen einräumten und die Betten bezogen. Wohlmöglich lag es daran, dass er sein Hörgerät auf die Fensterbank gelegt hatte. Das schlimmste an dieser Situation war jedoch, dass wir so in unserem Zimmer nix trinken konnten.
Also gingen wir in die Stadt um einfach mal zu kucken was die Nord-Iren so treiben. Die traurige Antwort ist: NIX. Belfast ist eine absolut tote Stadt. Man sah nie mehr als 5 Leute gleichzeitig auf der Straße (wir waren schon zu dritt, wohlgemerkt) viele Pubs waren geschlossen und unsere gute Laune befand sich weiterhin auf rapider Talfahrt. Es fehlte tatsächlich nur noch der Strohballen, der einmal von rechts nach links über die Straße weht.Nachdem wir etwas Zeit in einem geöffneten Pub totgeschlagen hatten, war es immer noch erst vor 10. Aufs Zimmer gehen konnten wir auch nicht, da dort der Opi seine 20 Stunden Schlaf benötigte.
Den einzigen Ausweg sahen wir darin, uns den neuen James Bond im Kino anzukucken. Der Film ist zwar gut, die Gesamt-Situation war dann aber schon ziemlich erbärmlich.
Im Hostel schafften wir es noch trotz relativer Nüchternheit uns im Treppenhaus einzuschließen, da unsere Karten nicht mehr funktionierten. Nur durch einen glücklichen Zufall konnten wir uns retten.
Montag Morgen wurden wir durch unseren Rentner um 6 geweckt. Ein schlechtes Frühstück war nicht im Preis enthalten, und so bezahlten wir 3 Pfund für wenig Cornflakes, Toast und Kaffee.
Im Laufe des Vormittags nahmen wir an wir Touristen Tour durch die gefährlichen Vororte von Belfast teil. Schusswundenbehandlung war im Preis inbegriffen. Zum Glück wurden wir weder von Katholiken noch Protestanten attackiert und die maskierten IRA Leute haben wir auch nicht gesehen. Was man jedoch sehen konnte war eine teilweise 7 Meter hohe Mauer mit Stacheldraht oben drauf, die mitten durch die Vorgärten verlief. Diese so genannte Peacewall sollte die Katholiken von den Protestanten trennen, um Ausschreitungen zu
verhindern.Neben den Konflikten ist Belfast aber auch noch als Bauort der Titanic berühmt. Die Betonrampen, mit denen das Schiff ins Wasser gelassen wurde sind immer noch sichtbar, aber unspektakulär.
Nach unserer Führung machten wir uns zu Fuß zu den Klippen auf, was sich als ziemlicher Aufwand herausstellte. An den Grenzen unserer körperlichen Leistungsfähigkeit erreichten wir jedoch die Spitze und konnten
Belfast von oben betrachten. Der Rückweg stellte sich als weit schwieriger heraus, da jemand die geniale Idee hatte einen Shortcut zu gehen, bei dem sich Martin mindestens 2 Mal komplett langmachte und den irischen Schlamm probierte.Wir hatten mit unsere Belfast Situation aber teilweise sogar Glück im Unglück. Der Montag war zufällig der Geburtstag des vor einem Jahr verstorbenen Iren George Best. George Best ist der ehemalige Manchester Spieler von dem das berühmte Zitat
Diese 5 Pfund Scheine ließen sich in den folgenden Tagen gewinnbringend bei Ebay veräußern.
Zurück nach Bristol ging es von Belfast Airport, zu dem man erst ne Stunde mit dem Bus rausfahren muss. Der Flug war diesmal mit Easyjet und nicht mit Ryanair. Ich mag Easyjet sowieso lieber, da die Flugzeuge und die Webseite nicht so ganz unseriös wie beim Konkurrenten aussehen. Aber das nur am Rande. Ich war so ca gegen 11 wieder in Poulteney Court und kann als Fazit von Irland nur sagen: Dublin auf jeden Fall empfehlenswert, Belfast muss nich unbedingt sein, und wenn dann nicht auf einem Sonntag Abend. Wenn man schon in den Norden von Irland will sollte man sich vielleicht besser den Giants Causeway ankucken. Das ist der Strand der nur aus sechseckigen Steinen besteht.

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